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Wald und Wasser

 Lappland

Der späte Herbst - das erste Weiß

eine Reiseerzählung in 12 Tagen

Helsinki - Rovaniemi - Inari - Vadsø - Vardø - Kautokeino

die Farbe des Übergangs - das Polarlicht

2390- € (EZ + 425,- €)

max. 8 Personen/04.10.-15.10.2019

Der Hohe Norden Skandinaviens, Lappland, ist seit jeher Brennglas kühnster Naturphantasien: Jede Ferne ist endlos, jeder Bach ist Strom, und Himmel heißt nie anders als Horizont. Die Stille der Natur ist das Schweigen in dir, und jedes gesprochene Wort wird Dichtung oder Musik. Kurz: Lappland ist ein rares Naturereignis, von der Größe Deutschlands und der Einsamkeit Sibiriens. Und unser „Schneeflöckchen-Weißröckchen“ erhält eine ungeahnt neue Dimension. All das hat seinen guten Grund.

Nachdem wir in den letzten Jahren hauptsächlich der grandiosen Färbung des Herbstes hinterher gefahren waren, wurden wir jetzt noch etwas kühner und schoben die Reise weiter an den Rand des ersten Eises, in den späten Herbst und frühen Winter hinein. Ein Versuch, der sehr gut funktionierte. Das bedeutet, dass wir zwar ein wenig Farbe aus dem Herbst verlieren, das Laub ist ab, aber indem die Nächte kälter werden, weht Wind den ersten Schnee herbei und zeichnet weiße Muster auf den See. Säume aus Eis, mit feinstem Faden genäht - das Wasser wird Perlmutt und Pergament. Diesen Augenblick zu erleben, wenn das Eine in das Andere hinübergeht, so sagte es jedenfalls ein Gast, "war etwas ganz besonderes: Als würde die Natur noch einmal Atem holen vor der langen Nacht - und wird um noch zwei Töne schöner - und größer". Magisch.

In der Natur gibt es Ziele, die aber nicht Ziele sind, wie wir sie kennen. Vielmehr sind es Räume, die wir betreten: Lichte Birkenwälder, sanfte Hügel, weite Buchten, stille Ufersäume; Pfade durch Moore zu Einödhöfen oder Kirchen; einsame Straßen, immer endlos. Und immer wieder sind es Klangräume, die sich öffnen, am knisternden Feuer, am rauschenden Fluss, erzählt oder gesungen, und die Farbsymphonie des Hohen Norden gibt es gratis noch dazu.

Lassen Sie Vorstellungen von „Leistung“ getrost zu Hause und kommen Sie an.

Um diese Themen kann es bei der Reise gehen: Um die Sprache(n), die Geschichte, die Natur, die Völker, die Literatur, das Erzählen, das mystisch-Magische.

 

  • Tag 1: Individuelle Anreise nach Helsinki, erstes Kennenlernen und orientierender Stadtrundgang am Nachmittag und Abend.
  • 1 Übernachtung in Helsinki
  • Tag 2: Der Dom, Uspenski, Klassizismus und Jugendstil. Der Markt. Die Ostsee. Kultur und finnisches Design. Cafés und finnischer Lebensstil. Am Abend beginnt die Zugfahrt von Helsinki - Rovaniemi, im Schlafwagen (2-Bett-Abteil) gegen 18:30 Uhr.
  • Tag 3: Ankunft in Rovaniemi (Polarkreis) gegen 7:30 Uhr am anderen Morgen. Lappland. Fahrt aus der vom Kriege zerstörten und im finnisch nüchternen Stil von Alvar Aalto wieder aufgebauten Stadt. Beginn unserer Fahrt (Kleinbus) immer weiter hinauf in den Norden, die „Eismeerstraße“ entlang. Jeder Meter ist Geschichte und doch nichts als Natur. Besuch des tief in den Wäldern liegenden und sehr ergreifenden Soldatenfriedhofes in Norvajärvi. In Sodankylä steht die älteste Holzkirche des Nordens und vom Kaunispää, dem Aussichtshügel der Tundra, sehen wir bis hinüber nach Russland. Bei Ivalo erreichen wir den drittgrößten See des Landes, den Inari, und 40 Kilometer weiter unser Quartier für die nächsten 5 Nächte.

Die folgenden Programmpunkte sind Ausflüge (auch Wetter bedingt), und können zum Teil variieren (mögliche Änderungen bleiben also vorbehalten).

 

  • Leichte bis mittelschwere Wanderung im Lemmenjoki-Nationalpark. Der Nationalpark liegt westlich des Inarisees. Wir wandern auf dem Sallivaara Trail, der zur alten Rentierscheide führt, durchstreifen Wälder und genießen den Ausblick vom leicht erreichbaren Pellisenlaki. Immer wieder wechseln die Farben des Herbstes mit dem tiefen Blau des Wassers zur Seite. Beeren, Moose, Flechten und schließlich die für das Fjell charakteristische kleine Birke sind unsere treuen Begleiter.
  • Unser Ziel ist die höchste Erhebung des Umlandes, der Otsamo. Obwohl nur etwa 450 Meter über dem Meeresspiegel, bietet der Ausblick von hier die ganze nordische Welt: Wasser in alle Richtungen, der Juutuanjoki zu unseren Füßen, das letzte Gold, das erste Weiß, alles bis zum Horizont, und nach Osten die Inseln im See.
  • Von Inari aus unternehmen wir eine halbtägige Wanderung nach Pielpajärvi, einer Einödkirche inmitten des blauschimmernden Labyrinths des bei den Samen heiligen Sees. Die bis 1887 von Pfarrersfamilie bewohnte Kirche genießt in all ihrer Schlichtheit selbst unter finnischen Kirchen eine Sonderstellung. Ergänzend zu der wildromantischen und stillen Wanderung besuchen wir das in Inari gelegene Museum zu regionaler Kunst und Natur. Hier finden wir eigentlich alles noch einmal bestätigt, was uns der Aufenthalt im Freien bereits verriet oder warum auch immer noch vorenthielt. Eine sehenswerte und vielfach ausgezeichnete Ausstellung.
  • Noch weiter im Nordosten, nach Norwegen und Russland zu, befindet sich mit den Skoltsamen eines der aus Russland ausgesiedelten Völker der Region. Es ist nicht so, dass wir zwischen ihnen herumlaufen mit Kamera und Notizbuch bewaffnet. Auch nicht, dass man uns hier erwartete und alle Türen sich wie von Geisterhand öffneten. Aber vielleicht gelingt uns etwas viel besseres: Indem wir für den Augenblick des Aufenthaltes im Hoheitsgebiet der Samen unsere Zielstrebigkeit und unser Pisa-Wissen beiseitelegen, kommen wir einer anderen Wirklichkeit ein gutes Stück näher - und hätten schon von den Menschen gelernt.
  • An der Küste des Barentsmeeres, dort, wo es nur noch Krabben gibt und Kutter, finden wir wieder eine andere Welt und einen ganz anderen Charakter der Landschaft: Hinter dem Bogen einer türkis leuchtenden Bucht liegt der kleine, finnischsprachige Ort Bugøynes. Ausgesetzter und  entrückter ist kaum möglich, und nur die Mole schützt den Fischerort vor der gefräßigen Brandung des Meees. 
  • Ein paar Meter noch, und unsere Fahrt auf das Naturwunder Varanger beginnt. Varanger ist echter Außenposten der Zivilisation; von hier starteten zahlreiche Abenteurer zum Pol, Amundsen und Nobile. In Vadsø und Vardø halten die Schiffe der Hurtigruten, um wie seit hundert Jahren die abgelegenen Menschen an ihr Königreich zu binden. Und geologisch gesehen, kristallisierte sich Europa von hier um den ältesten Stein des Kontinents.
  • Den heutigen Tag widmen wir den Orten Vadsø und Vardø, dem Luftschiffmast Umberto Nobiles bei dessen Fahrt zum Pol, den (jetzt verlassenen) Vogelfelsen an der Küste von Ekkerøy, den Stränden aus Sand und Rollsteinen, und schließlich dem Ende dieses Teils der Welt: Hamningberg. Pitoresk und lange verlassen, eine "Goldgräberstadt" aus den Zeiten wohlhabenden Fischfangs. Die ganze Halbinsel ist Nationalpark, verirren tut sich kaum ein Mensch hierher, und lesen kann man, in die Erde eingraviert: Hier ist das Ende der Welt.
  • Wir machen uns auf den Weg durch Norwegen und in die Weite Finmarks. Entlang des vielleicht schönsten Flusses in Lappland, dem Tenojoki, erreichen wir die Samensiedlung Kautokeino. Über die Hügel verteilt die Siedlung, im Tal der Fluss. Juls Silberschmiede ist ein mit der Natur konkurrierendes Ereignis, mit Preisen überschüttet, und selbstverständlich kommen auch wir nicht an ihr vorbei.
  • Unser letzter Tag beginnt und heute haben wir dann auch Zeit, vor unserer Abreise mit dem Zug, Rovaniemi einen gründlicheren Besuch abzustatten. 
  • Ankunft in Helsinki am Morgen (10:00) und je nach gebuchtem Rückflug Aufenthalt in der sehenswerten Stadt an der Ostsee.

 

Leistungen:

  • exkl. Kleingruppe, max. 8 Personen
  • 11 Übernachtungen insgesamt, davon:
  • 1 x Übernachtung/Frühstück in Helsinki im modernen Mittelklassehotel.
  • 2 x Eisenbahnfahrt (Helsinki - Rovaniemi - Helsinki) im sehr komfortablen Fernreisezug. Nachtfahrten im zweier Schlafabteil (hin/zurück, keine inkludierten Mahlzeiten). Bordbistro.
  • 5 x Unterkunft im modernen, traditionsreichen Hotel in Inari (keine Blockhütten)
  • 2 x Unterkunft in modernem Hotel in Vadsø
  • 1 x Unterkunft in modernem Hotel in Kautokeino.
  • 8 x Halbpension in den Hotels Inari, Vadsø, Kautokeino. Jeweils ausgezeichnete Küche mit vorwiegend regionalen Produkten und Gerichten (Rentier, Fisch).
  • Stadtrundgang Helsinki.
  • Fahrt Rovaniemi - Inari - Rovaniemi mit Bus oder Kleinbus.
  • Alle gemeinsamen Ausflüge und Eintritte
  • Reisepreissicherungsschein (Insolvenzversicherung)

 

Preise:

2390- € (EZ + 425,- €)

Linienflüge zum Beispiel mit Lufthansa sind bei frühzeitiger Buchung, FRA-HEL-FRA, schon ab ca. 150,- € möglich. Durchschnittlicher Linienflugpreis Frankfurt-Helsinki-Frankfurt ca. 300 €.

Lappland im Winter? Bitte hier lang.

Der Reisepreis enthält keine Reiserücktrittsversicherung.

Die Wanderungen sind alle leicht bis ansatzweise mittelschwer. Es bedarf also etwas Wanderkondition, das heißt, die Fähigkeit, maximal 10 bis 15 Kilometer bequem zu laufen, meistens flach, selten auch einmal kurz steil nach oben. "Normale" Trittsicherheit, über die ein durchschnittlich Wandernder in aller Regel verfügt, und die Lust, sich im Freien zu bewegen. Es geht definitiv nicht um „Leistung“! Die Nächte können kalt (-2), die Tage noch angenehm warm (+15) sein. Jedenfalls ist die Luft klar und frisch. Das Auto benutzn wir, um zu den täglichen Zielen zu gelangen, die nicht immer vor der Haustür liegen, oder um von A nach B zu reisen, aus dem Wald ans Meer und von dort ins Innere des Landes zurück. Zweimal sind das etwa 350 Kilometer und einmal etwa 300 - reinste Panoramafahrt.

!! Mücken: Wir wandern im Herbst. Das heißt mückenfrei und unbeschwert !!

Peter Simon | 0151 22906040 | simon@tenojoki.de