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Exklusive Kleingruppenreise, 6-8 Personen


Lappland im Herbst – eine Reiseerzählung in 12 Tagen

Helsinki - Rovaniemi - Inari - Vadsø - Vardø - Kautokeino

Ruska, die Farbe des Herbstes - das Polarlicht

(21.09.-02.10.2018, 12 Tage)

Varanger

Der Hohe Norden Skandinaviens, Lappland, ist seit jeher Brennglas kühnster Naturphantasien: jede Ferne ist endlos, jeder Bach ist Strom, und Himmel heißt nie anders als Horizont. Die Stille der Natur ist das Schweigen in dir, und jedes gesprochene Wort wird Dichtung oder Musik. Kurz: Lappland ist ein rares Naturereignis, von der Größe Deutschlands und der Einsamkeit Sibiriens. Und unser „bunt sind schon die Wälder“ erhält eine ungeahnt neue Dimension. All das hat seinen guten Grund.

Die Reise führt uns an den Inari See, den Heiligen See der Samen. Von hier aus unternehmen wir Ausflüge in die Umgebung, die wir erwandern und erkunden, ohne jedes Drängen von Zeit. Anders ist es auch gar nicht möglich. Das innere Tempo wird langsamer, die Stimme leiser, forderndes Denken nimmt sich zurück. In der Nähe des Sees gibt es Ziele genug; die aber nicht Ziele sind, wie wir sie kennen. Es sind vielmehr Räume, die wir betreten: lichte Birkenwälder, sanfte Hügel, weite Buchten, stille Ufersäume; Pfade durch Moore zu Einödhöfen und Kirchen; einsame Straßen, immer endlos. Aber vor allem sind es Klangräume, die wir finden, am Feuer, in der Wildnis, erzählt oder gesungen, und die Farbsymphonie der herbstlichen Natur gibt es gratis dazu. Lassen Sie also Vorstellungen von „Leistung“ getrost zu Hause und kommen Sie an.

Um diese Themen wird es bei der Reise gehen: um die Sprache, die Geschichte, die Natur, die Völker, die Literatur, das Erzählen, das Mystisch-Magische. Stille ist kein Thema - sie ist.

 

  1. Individuelle Anreise nach Helsinki, erstes Kennenlernen der Teilnehmer, und orientierender Stadtrundgang am Nachmittag.
  2. Der Dom, Uspenski, Klassizismus und Jugendstil. Der Markt. Die Ostsee. Kultur und finnisches Design. Cafés und finnischer Lebensstil. Zugfahrt Helsinki - Rovaniemi im Schlafwagen (2-Bett-Abteil) gegen 22:30 Uhr.
  3. Ankunft in Rovaniemi (Polarkreis) gegen 10:00 Uhr am anderen Morgen. Erste Begegnung mit Lappland und Fahrt aus der vom Kriege zerstörten und im finnisch nüchternen Stil von Alvar Aalto wieder aufgebauten Stadt. Beginn unserer Reise (Kleinbus) immer weiter hinauf in den Norden, die „Eismeerstraße“ entlang. Jeder Meter ist Geschichte und doch nichts als Natur. Besuch des tief in den Wäldern liegenden und sehr ergreifenden Soldatenfriedhofes in Norvajärvi. In Sodankylä besichtigen wir die älteste Holzkirche des Nordens (wenn geöffnet) und vom Kaunispää, dem Aussichtshügel der hiesigen Tundra, sehen wir bis hinüber nach Russland. Bei Ivalo erreichen wir den drittgrößten (heiligen) See des Landes, den Inari, und 50 Kilometer weiter unser Quartier für die nächsten 5 Nächte.

Die folgenden Programmpunkte sind Ausflüge, nicht Tage, und können zum Teil variieren (notwendige Änderungen vorbehalten).

 

  1. Leichte bis mittelschwere Wanderung im Lemmenjoki-Nationalpark. Der Nationalpark liegt westlich des Inarisees. Wir wandern auf dem Sallivaara Trail, der zur alten Rentierscheide führt, durchstreifen Wälder und genießen den Ausblick vom leicht erreichbaren Pellisenlaki. Immer wieder wechseln die Farben des Herbstes mit dem tiefen Blau des Wassers zur Seite. Beeren, Moose, Flechten und schließlich die für das Fjell charakteristische kleine Birke sind unsere treuen Begleiter.
  2. Unser Ziel ist die höchste Erhebung des Umlandes, der Otsamo. Obwohl nur etwa 450 Meter über dem Meeresspiegel, bietet der Ausblick von hier die ganze nordische Welt: Wasser in alle Richtungen, der Juutuanjoki zu unseren Füßen, Rot und Gold und Orange bis zum Horizont, und nach Osten die Inseln des Inari.
  3. Von Inari aus unternehmen wir eine halbtägige Wanderung nach Pielpajärvi, einer Einödkirche inmitten des blauschimmernden Labyrinths des bei den Samen heiligen Sees. Die bis 1887 von Pfarrersfamilie bewohnte Kirche genießt in all ihrer Schlichtheit selbst unter finnischen Kirchen eine Sonderstellung. Ergänzend zu der wildromantischen und stillen Wanderung besuchen wir das in Inari gelegene Museum zu regionaler Kunst und Natur. Hier finden wir eigentlich alles noch einmal bestätigt, was uns der Aufenthalt im Freien bereits verriet oder warum auch immer noch vorenthielt. Eine sehenswerte und vielfach ausgezeichnete Ausstellung.
  4. Noch weiter im Nordosten, nach Norwegen und Russland zu, befindet sich mit den Skoltsamen eines der alten und aus Russland ausgesiedelten Völker der Region. Es ist nicht so, dass wir zwischen ihnen herumlaufen werden mit Kamera und Notizbuch bewaffnet. Auch nicht, dass man uns hier erwartete und alle Türen sich wie von Geisterhand für uns öffneten. Aber vielleicht gelingt uns etwas viel besseres: indem wir für den Augenblick des Aufenthaltes im Hoheitsgebiet der Samen unsere Zielstrebigkeit und unser Pisa-Wissen beiseitelegen, kommen wir einer anderen Wirklichkeit ein gutes Stück näher - und hätten schon von den Menschen gelernt.
  5. An der Küste des Barentsmeeres, dort wo es nur noch Krabben gibt und Kutter, finden wir wieder eine andere Welt und einen anderen Charakter der Landschaft: hinter dem Bogen einer türkis leuchtenden Bucht liegt der kleine, finnischsprachige Ort Bygøynes. Ausgesetzter und  entrückter ist kaum möglich, und nur die große Mole schützt den Fischerort vor der gefräßigen Brandung des Meees.
  6. Ein paar Meter noch, und unsere Fahrt auf die einzigartige Varangerhalbinsel beginnt. Varanger ist echter Außenposten der Zivilisation; nicht nur darum starteten von hier die Männer zum Pol. In Vadsø und Vardø halten die Schiffe der Postschifflinie, um wie seit hundert Jahren die Menschen dort an ihr Königreich zu binden. Und geologisch gesehen, kristallisierte sich Europa von hier um den ältesten Stein des Kontinents.
  7. Den heutigen Tag widmen wir den Orten Vadsø und Vardø, dem Luftschiffmast Umberto Nobiles bei dessen Fahrt zum Pol, den Vogelkolonien an der Küste, den Stränden aus Sand und Rollsteinen, und schließlich dem Ende dieses Teils der Welt: Hamningberg, pitoresk und lange verlassen, eine "Goldgräberstadt" aus den Zeiten wohlhabenden Fischfangs. Die ganze Halbinsel ist Nationalpark und verirren tut sich kaum noch ein Mensch hierher.
  8. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg durch Norwegen und die Weite Finmarks, und entlang einer der schönsten Straßen Lapplands zur Seite des Tenojoki, erreichen wir die Samensiedlung Kautokeino. Juls Silberschmiede ist weltbekannt, mit Preisen überschüttet, und selbstverständlich kommen auch wir nicht an ihr vorbei.
  9. Unser letzter Tag in Lappland beginnt und heute haben wir endlich Zeit, vor unserer Abreise mit dem Zug, Rovaniemi einen gründlichen Besuch abzustatten.
  10. Ankunft in Helsinki am Morgen (10:00) und je nach gebuchtem Rückflug Aufenthalt in der sehenswerten Stadt an der Ostsee.

 

Leistungen:

Reise von 21.09.-02.10.2018

- 1 x Übernachtung in Helsinki im komf. Mittelklassehotel (Übernachtung/Frühstück)

- 2 x Eisenbahnfahrt Helsinki - Rovaniemi - Helsinki im sehr komfortablen Fernreisezug. Zweier Schlafabteil. jeweils Nachtfahrten (hin/zurück). Keine Mahlzeiten.

- 5 x Unterkunft im modernen, traditionsreichen Hotel in Inari (keine Blockhütten). 2 x Unterkunft in modernem Hotel in Vadsø. 1 x Unterkunft in modernem Hotel in Kautokeino.

- 8 x Halbpension in den Hotels Hotels, Inari, Vadsø, Kautokeino. Jeweils ausgezeichnete Küche mit vorwiegend regionalen Produkten und Gerichten (Rentier, Fisch).

- Stadtrundgang Helsinki.

- Fahrt Rovaniemi - Inari - Rovaniemi mit Bus oder Kleinbus.

- Alle gemeinsamen Ausflüge und Eintritte

- Reisepreissicherungsschein (Insolvenzversicherung)

2390- € (EZ + 425,- €)

Linienflüge zum Beispiel mit Lufthansa sind bei frühzeitiger Buchung, FRA-HEL-FRA, ab ca. 150,- € möglich. Durchschnittlicher Linienflugpreis Frankfurt-Helsinki-Frankfurt 250-300 €.

Der Reisepreis enthält keine Reiserücktrittsversicherung.

Die Wanderungen sind alle leicht bis ansatzweise mittelschwer. Es bedarf aber etwas Wanderkondition, das heißt, die Fähigkeit, maximal 15 bis 20 Kilometer bequem zu laufen, meistens flach, selten auch einmal kurz steil nach oben. Demnach also Trittsicherheit, über die ein durchschnittlich Wandernder in aller Regel verfügt, und die Lust sich im Freien zu bewegen. Es geht definitiv nicht um „Leistung“! Die Nächte können kalt (-2), die Tage noch angenehm warm (+17) sein. Jedenfalls ist die Luft klar und frisch.

!! Mücken: Wir wandern im Herbst. Das heißt mückenfrei und unbeschwert !!

Peter Simon | 04631 4418575 | simon@tenojoki.de